Mit dem Förster im Klausenwald

25.10.2018
Der Wald als Lernort

Geflügelte Nussfrucht, Buchecker, gefingertes Kastanienblatt und gebuchtetes Eichenblatt – viele Begriffe und Themen im Heimat- und Sachunterricht lassen sich viel leichter lernen, wenn man sie einmal in echt gesehen und erlebt hat.

die dritten Klassen der Grund- und Mittelschule Aitrachtal im Klausenweld

So erkundeten die beiden dritten Klassen der GMS Aitrachtal gemeinsam mit den Förstern Herrn Martin Dickgießer und Herrn Tobias Schropp den nahegelegenen Klausenwald. Zur Begrüßung erhielt jedes Kind eine Baumscheibe, auf welches es seinen Namen schreiben durfte. Aber schon bald ging es richtig los: die Kinder mussten Bäume anhand ihrer Blätter und Früchte erkennen. Beim gemeinsamen Spaziergang wurden Eicheln, Fichten- und Douglasienzapfen begeistert gesammelt. So mancher Zapfen fand als Souvenir seinen Weg in den Rucksack.

Die Schülerinnen und Schüler entdeckten die heimischen Waldtiere wie Wildschwein, Eichelhäher und Fuchs, sie lösten Tierrätsel und setzten sich mit Fraßschutz von kleinen Fichten auseinander. Auch den Waldboden mit seinen Pilzen und kleinsten Bewohnern begutachteten sie. Besonders interessierte in diesem Zusammenhang auch die Rinde von Laub- und Nadelbäumen, denn letztere beherbergt häufig kleine Schädlinge wie den Buchdrucker und den Borkenkäfer. Beide Käferarten wurden unter dem Vergrößerungsglas betrachtet und genau studiert.

Beim anschließenden Geschicklichkeitsspiel durften die Schülerinnen und Schüler jeweils acht Nüsse im Wald verstecken und sich die Verstecke gut merken. Um „über den Winter zu kommen“ suchten die Kinder die eigenen acht Nüsse wieder oder plünderten fremde Verstecke und begriffen schnell, warum sich die Eichhörnchen sprichwörtlich mühsam ernähren. Nach der Anstrengung hatten sich alle eine Brotzeit auf den selbstgebauten Baumstamm-Bänken verdient.
Beim abschließenden Experiment lernten die Kinder auf praktische Art und Weise, wie ein Stamm das Wasser von den Wurzeln bis in die Krone transportieren kann. Die Kinder brachten auf ihre Baumscheiben Spülmittel auf und pusteten auf der anderen Seite solange dagegen, bis Schaum entstand. So war der Beweis erbracht, dass ein Baumstamm mit seinen feinen Röhrchen im Gegensatz zu einer Tischplatte aus Holz durchaus wasser- und luftdurchlässig ist.

Nach einem großen Applaus für die beiden Förster verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler wieder und bedankten sich noch für das tolle Geschenk: ein Waldnotizbuch und einen urigen Holzbleistift. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau Lang und Frau Winklmaier wanderten die Klasse wieder zurück zur Mengkofener Grundschule.

(Lang)