Demokratischer Einstieg

07.12.2018
47. Jugendkreistag in Dingolfing

Die Anreise: Nachdem wir (die Schülersprecher Dominik, Lisa und Pantita und Vertrauenslehrer Hr. Fischer) bei der Hinfahrt eine kleine Ehrenrunde gedreht hatte, da Herr Fischer leichte Probleme mit seinem Navi hatte, kamen wir doch noch reichlich pünktlich ans Landratsamt Dingolfing, wo - wie immer im Großen Sitzungssaal - der 47. Jugendkreistag um 8.30 startete.

Der Jugendkreistag: An den Jugendkreistagen werden viele große und kleine Probleme des Lebens an den Schulen thematisiert - und sehr häufig werden sie auch angegangen und gelöst.

Die Gastgeber: Vorne am Podium saßen wieder Herr Landrat Heinrich Trapp und zahlreiche Vertreter des Landkreises sowie der frisch ins Amt berufene Schulrat Herr Michael Schütz.

der Große Sitzungssaal mit unserer Delegation im Vordergrund (Pantita)

 

Der Verlauf: Zu Anfang ehrten alle Anwesenden den am Vorabend tragisch ums Leben gekommenen Bürgermeister von Niederviehbach Josef Daffner.

Dann ging es an die Tagesordnung.

Den anwesenden Schülersprechern wurde dargelegt, welche Ausgaben für Baumaßnahmen an Schulen seit der letzten Sitzung im Juli genehmigt oder durchgeführt  worden waren: So soll z. B. das Pausenareal des Gymnasiums Landau neu gestaltet oder die Pfarrer-Huber Förderschule (inkl. Außenstelle der Berufsschule) ebenfalls Landau sogar gänzlich neu gebaut werden.

Unser Antrag: Diesmal waren wir in der Tagesordnung gleich die ersten mit unserem Antrag. Unserer Meinung nach, dient er allen Mittelschülern - und das nicht nur im Landkreis. 

Unsere Sprecherin: Unsere dritte Schülersprecherin Pantita war natürlich ziemlich aufgeregt. Sie sollte vor Schülersprechern aller Schulen des Landkreises (ca.150 Personen befanden sich im Sitzungssaal), als sicher die Jüngste von allen ein wahrhaft komplexes Thema zur Sprache bringen.

Unsere Schülersprecherin am Jugendkreistag 2018

 

Unser Anliegen: Es ging im Antrag darum, dass eine konsequente Digitalisierung des Unterrichts fordern wird, dass Schüler, mit eigenen Geräten ausgestattet, schulische Aufgaben im Unterricht, aber auch unabhängig von Ort und Zeit, erledigen können. Hier fehlt Chancengleichheit.

Unser Antrag im Wortlaut:
Digitalisierung wird beim Lernen immer wichtiger.
Unserer Meinung nach brauchen Schülerinnen und Schüler eine digitale Grundausstattung, mit der sie auch zuhause z. B. Rechercheaufträge oder Präsentationen durchführen können.
Bei uns gibt es aber Schüler aus einkommensschwachen Familien, die sich kein digitales Gerät leisten und somit diese Aufgaben nicht erledigen können.
Im sog. Teilhabepaket der Bundesregierung können einkommensschwache Familien eine finanzielle Unterstützung z. B. für „Schulbedarf“ erhalten.
Unser Antrag ist, dass der Landkreis mit darauf einwirkt, eine digitale Grundausstattung in dieses Teilhabepaket unter dem Punkt Schulbedarf aufzunehmen.
Wir denken an eine Summe um 400 Euro, die eine Grundausstattung etwa kosten würde.

Es entspann sich eine angeregte Debatte über das Für und Wider einer geförderten Ausstattung für Schüler, über digitales Arbeiten allgemein und eben über Chancengleichheit.

Am Ende wurde unser Antrag zwar mit einer leichten Mehrheit abgelehnt, es wurde uns gegenüber aber mehrfach hervorgehoben, wie wichtig unser Anliegen sei und dass sich hier noch einiges tun müsse.

Der neue Schulrat gratulierte Pantita zu ihrem mutig vorgebrachten Antrag und betonte selbst die Notwendigkeit über Digitalisierung für Mittelschulen neu nachzudenken.


Wie immer gab es auch amüsante Momente:
Das Gymnasium Landau stellte den Antrag, alle Klassenzimmer mit Uhren ausstatten zu lassen und zeigte sehr interessant bebildert die Uhrensituation. Diese sollten möglichst batteriebetrieben, funkgesteuert und vor allem, um das Lernen nicht zu stören, leise sein.
Daraufhin meinte der Landrat, der letzte Punkt sei wohl eher dem ruhigen Schlaf der Schüler förderlich.

 

Fazit: Der Jugendkreistag ist eine herrliche Sache.
Schüler erleben die Funktion und Wirksamkeit von Demokratie hautnah und werden sich ihrer eigenen Stimme bewusst.
Und nochmal: Respekt vor Pantita, die - aufgeregt zwar - sich nicht scheute, erstmals vor einem riesigen Publikum zu sprechen.

Unsere Schülersprecher Lisa und Dominik