Berufsorientierungscamp 2017

27.11. - 01.12.2017
Die 8. Klasse in Regenstauf

Montag - Tag 1

Rollkofferfeld
Kalter Montagmorgen - Da wir ein wenig auf unseren "Lieferdienst" warten mussten, hatten wir auf dem Parkplatz Zeit, die Größe unserer Rollkoffer ausgiebig zu vergleichen.

Doch schließlich hatte sich der Bus von der Eckert-Schule aus Regenstauf durch den Berufsverkehr gekämpft und die Reise begann.
Bei der Fahrt gleiches Bild wie immer: alle Schüler in den letzten Reihen zusammengedrängt, Musik an. Die beiden Begleitpersonen ganz vorne: Die Klassenlehrerin Frau Käufer und begleitender Lehrer Herr Fischer.

Rundgang und Regental
In Regenstauf, nördlich von Regensburg angekommen, waren wir alle überrascht von dem weitläufigen Schulcampus [link], auf dem bis zu 1000 Personen lernen, umschulen, essen, sich unterhalten und wohnen. Eher ein Schul- und Werkstätten-Dorf.

Wir wurden wirklich freundlich empfangen von zwei Mitarbeitern der Schule: Michi und Svenja, die uns zuerst in unsere Zimmer brachten und dann unsere Fremdenführer waren.

Da die Gebäude von außen riesig und ziemlich gleich aussah, waren wir anfangs etwas verwirrt und hatten unsere "Reisebegleiter" wirklich nötig.

Denn in den verschiedenen Gebäuden gab es: Sporthallen, Theaterbühne, Werkstätten, Mensa, Cafés, Buchgeschäfte, Klassenräume… und: die gute "Regentalstube", die für uns Mengkofener der exklusive Treffpunkt in der bevorstehenden Woche werden sollte: Hier hielten wir unsere Besprechungen ab und nahmen unsere Mahlzeiten ein. Hier spielten wir abends Kniffel, ruhten uns nach dem Workout im Fitnessbereich aus, besprachen unsere Tischtennis-Turniere und vereinbarten die Programmpunkte für die nächsten Tage.

Die gute Regentalstube

 

Die erste Sitzung in der Regentalstube

(Im Wohnheim 11 lagen unsere Zimmer; im Wohnheim 6 war der Workout; unsere gute Regentalstube, sowie die meisten Klassenzimmer waren in Schule 1)


Die Arbeit beginnt
Wir waren mit dem Ziel angereist, unsere Schülerinnen und Schüler in diesen fünf arbeitsintensiven Tagen ein gutes Stück weiter auf dem Weg zur passenden Berufswahl zu bringen:

  • besseres Einschätzen der eigenen Fähigkeiten und Interessen
  • klarere Vorstellung von konkreten Berufen und wie sich diese Vorstellung mit dem deckt, was man selbst an Eigenschaften mitbringt
  • Ausprobieren verschiedener Berufszweige in den Praktika
  • Erstellen einer individuellen Vorlage für den eigenen Lebenslauf und eine schriftliche Bewerbung um einen Ausbildungsplatz
  • das Durchspielen dieser Bewerbung: von der Recherche bis zum genauen Anschreiben
  • Trainieren von Vorstellungsgesprächen

Aber noch sind wir beim ersten Tag:
Nach einer Wurstsemmel-Brotzeit begann die Arbeit mit Selbsteinschätzungstests und der Annäherung an ein dazu passendes Berufsbild.


Die Arbeit beginnt

Erlebnisparcours
Schon bei der Führung hatten wir den weitläufigen Fitnessbereich kennengelernt.
Bogenschießanlage, Fitnessgeräte, Fußballhalle, Tanzraum, Laufstrecke, Kicker, Dartbereich, mindestens 10 Tischtennisplatten…
An die sehr konzentrierten Arbeitszeiten schlossen sich hier fast jeden Spätnachmittag Aufgaben an, die Teamfähigkeit und Sozialkompetenz der Schüler förderten.
Markus, Michi und Svenja kümmerten sich um uns und die Spiele.

Aufgaben am ersten Tag:
1) eine "Reise nach Jerusalem", aber "andersrum". Die Stühle, auf denen die Schüler Platz fanden, wurden immer weniger, aber es war die Aufgabe, dass jeder noch irgendwie auf der Sitzfläche stehen konnte. Die Schüler waren so begeistert und einander unterstützend bei der Sache, dass sie den Rekord von 8 Stühlen knackten.

Erstes Teamspiel


2) ein Renn-Wettbewerb: Zwei "Zieher" mussten eine Plane auf der je eine Hälfte der Klasse stand, eine Rennstrecke entlang ziehen: Nur durch gemeinsames Hüpfen konnte diese Plane für den nächsten Zug befreit werden. Auch hier war die Zusammenarbeit und Begeisterung unserer Klasse einfach toll.

Teamspiel


3) Dann wieder ein Wettbewerb: Die Schüler beförderten Tischtennisbälle mit Hilfe von Regenrinnen durch die ganze lange Fitnesshalle, gefühlte 500m.
Wieder voller Einsatz: die Schüler jubelten bei jeder überwundenen Rinne und feuerten sich an, wenn der Ball zu Boden fiel und sie wieder von vorne beginnen müssen.


4) Und letztens: eine "Vertrauenssache". Alle Schüler standen sich in einer Doppelreihe so gegenüber, dass sie sich mit ausgestreckten Fingerspitzen gerade noch berühren konnten. Abwechselnd war ein Schüler Läufer und musste schnell hindurchrennend darauf vertrauen, dass sich der Tunnel aus Händen vor seinem Gesicht gerade noch rechtzeitig öffnete.
Sogar Lehrer vertrauten ihren "Kindern" so, dass sie, kaum etwas abbekommend, den Tunnel durchquerten.

Abendessen und Workout: Feste Termine
Mit unseren Spezial-Armbändern durften wir jeden Abend um 17.30 die Mensa betreten und das Essen selbst aussuchen. Ein großes und wirklich leckeres Salatbuffet deckte auch den gesunden Bereich gut ab. Und er wurde von den Schülern genutzt!!

18.45 bis 20:00, bzw. 20:45 Uhr sollte unsere feste Zeit für das Workout in der Woche werden.

Die Lehrer geben zu, dass "Auspowern" ein Neben-Ziel des abendlichen Workouts war.

Unsere Schüler durften Crosstrainer, Laufbänder und Trimmräder nutzen: Wie Profis im Fitnessstudio saßen einige mit Kopfhörern und Handtuch auf den Rädern und stählten sich.

Die Mädchen studierten vor den Spiegeln im Tanzraum mehrere Tänze ein.

Die Schüler und Herr Fischer fochten unzählige Tischtennis-Turniere aus, doch seine hinterhältig angeschnittenen Aufschläge waren einfach nicht zu knacken.

In der ersten Nacht war trotz des Workouts die neue Situation für die Schüler aufregend. Das Schlafbedürfnis war daher noch weniger hoch.

Die erlebnisreichen Tage und fitnessvollen Abende sollten dies aber bald ändern.

 

Dienstag - Tag 2

Berufs-Präsentation
Unsere festen Programmeinheiten (Mahlzeiten, Treffen, Workout…) habt ihr bereits ausführlich kennengelernt.

Am Dienstag stand die Präsentation von selbstgewählten Berufen mit Plakat und Kurzvortrag am Anfang des Tages.

Viele unserer Schüler hatten - besonders durch ihre früheren Praktika (und die Handwerkskammer) - schon klare und durchaus realistische Vorstellungen in Bezug auf ihre späteren Berufe: von Fachkraft für Lagerlogistik, über Tischler(in) bis zur zahnmedizinischen Fachangestellten. 

Wir wurden für unsere präzisen Vorträge und Plakate von unserer Betreuerin (Frau Stelzl) echt gelobt.

Bewerbung - So läuft´s
Wir wussten nun Bescheid über unseren Wunschberuf: Aber wie und wo sich bewerben?

Mit Frau Stelzl spielten wir eine realistische Bewerbung durch: Wir suchten unseren Ansprechpartner im Web und verfassten ein Schreiben so, als wollten wir uns in diesem Moment bewerben.


Berufe kennenlernen
Nach dem Mittagessen durchwanderten Gruppen von Schülern das Gelände (LINK - Google Maps) und zogen zu ihren ausgewählten Berufen. 

Weit hinaus ging es z. B. zum Gesundheitszentrum für die Schüler, die an Physiotherapie interessiert waren.

Von Olli erfuhren wir z. B. die Geheimnisse des Berufes Physiotherapeut: "Detektivarbeit" am Patienten, keine Scheu vor Kontakt.

Ein Beruf mit guter Perspektive wegen der Vielzahl der freien Stellen, die aber leider auch zum Teil der Ausbildungssituation und der beim Einstieg nicht gerade überhöhten Bezahlung geschuldet seien.
Auf jeden Fall konnte er seine Leidenschaft für den Beruf auf die Schüler übertragen.

Die Beobachtungen und Fragen waren interessiert und klug.

Reality Games
Ihr werdet es richtig erraten: Es ging wieder ins Workout, wo "Erlebnisparcours Teil II" auf uns wartete.

Svenja, Michael und Markus hatten wieder Gruppenaufgaben aufwändig vorbereitet, die wir zu lösen hatten.

Wir waren zwar etwas mehr von Müdigkeit gezeichnet als am Vortag, doch unsere Schüler meisterten wieder jede Aufgabe dieses Nachmittags (erst an der allerletzten am Donnerstag sollten sie scheitern!).

Aufgabe 1: Ein "Spinnennetz" mit Glöckchen versperrte den Weg.
Alle Schüler waren "kleine Fluginsekten", die durch dieses Netz hindurch mussten, ohne dass die Spinne durch Glöckchen alarmiert wurde. Gegenseitig hoben und schoben sie sich durch die mehr oder weniger weiten Maschen, diskutierten dabei eifrig.  


Zum Glück war für Aufgabe 2 wesentlich mehr Dynamik nötig: Alle wachten wieder auf, als es galt einen "reißenden Fluss" auf Getränkekisten zu überqueren.


Aufgabe 3: Man konnte sich wieder einen reißenden Fluss vorstellen, wenn man sich voll auf zwei Mitschüler verließ und - vielleicht sogar mit verbundenen Augen - eine Slackline überquerte.

Zum Abschluss gab es noch ein Geburtstagsständchen für zwei ziemlich gerührte Schülerinnen.
Auf zum Frischmachen, Abendessen und dem üblichen Programm: Sport, Sport, Sport…

 


Mittwoch - Tag 3

Bewerbung
Ein wichtiges Anliegen des Berufsorientierungscamps war, dass die Schüler mit einer guten Vorlage für ihre zukünftige Bewerbung nach Hause gehen.

Jeder erhielt einen Datenträger mit Vorlagen und jeder erarbeitete sich eine schriftliche Grundlage für die berufliche Zukunft, die ja bald ins Haus steht.

Praktika
Die Schüler lernten nun die Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen wie Metall oder Holz kennen.
Manches war vielleicht nicht einfach oder etwas theorielastig, vieles interessant, weil wirklich Erfahrung dahinterstand.


Mit "Zulangen" hatten unsere Schülerinnen und Schüler aber definitiv kein Problem: da wurde massiert oder ein Hocker geschreinert.

Höhepunkte
Nach dem Mittagessen gab es vielleicht den Höhepunkt der ganzen Reise: Wir lernten unsere Schüler, Betreuer, Lehrer von einer anderen Seite kennen.
In einer Quizshow, die in einem wirklichen Theatersaal stattfand, mussten die Schüler verschiedenste Wetten bestehen.

Zuviel soll hier nicht verraten werden. Denn vielleicht ist ja bei einer möglichen nächsten BOC-Fahrt das eine oder andere wieder mit dabei.

Unsere Schüler erwiesen sich z. B. als Musikexperten oder Skifahrprofis. Unsere Betreuer als Sänger und Musiker und die Lehrer als Jury.


Abends, Ihr kennt euch aus: Wieder Workout mit Tanz, Tischtennis, Radeln…

Diesmal noch dazu: eine "Nachtwanderung" nach Regenstauf (die doch ein wenig länger dauerte als angenommen.)



Donnerstag - Tag 4

Bewerbung und Praktikum Teil II
Wir waren bereits Profis im Alltag: Aufstehen, Frühstück: Checken, ob es den gelobten Kakao gibt, Nutella-Vorräte auffüllen, Tablett zurücktragen (oder nicht!) und auf zum Bewerbungsschreiben, dann zu den Praktika, Teil II.
Manche Schüler meinten, sie könnten es noch drei Wochen so aushalten. Die Lehrer waren relativ ähnlicher Ansicht; was den Zeitraum betrifft relativ unähnlicher.

Der letzte Erlebnisparcours
Diesmal mussten Schüler in zwei Parcours zusammenhelfen, um die gesamte Länge des Fitness-Studios zu durchqueren.


Einmal waren sie dabei sogar Zauberwichtel und auch die Lehrer waren magische Wesen, die die Aufgaben zu erleichtern oder zu verhindern suchten.



Fitness
Herr Fischer blieb im Tischtennis bis auf einen Satz ungeschlagen (also keine Gummibärchen), aber die Begeisterung für unser Workout ließ nicht nach.

Und die Tischtennisjugend wurde immer stärker.



Freitag - Tag 5

Übung des Vorstellungsgesprächs
Durch die Vielfalt der Aufgaben, die wir zu erledigen hatten, kam eigentlich nie Langeweile auf.

Die Woche war schnell vergangen.

Nach einer Videoanalyse zweier Beispiele für Bewerbungsgespräche trainierten wir es selbst: zunächst in Kleingruppen mit wechselnden Rollen und schließlich ging es vor die Kamera.
Eher Mädchen meldeten sich als Schauspielerinnen ihres eigenen Bewerbungsgesprächs.

Das letzte Mittagessen in Regenstauf war schon fast ein wenig melancholisch.



Fitter für den Beruf nach Hause
Viele Schüler haben sich mit dem Ausbildungsplatz beschäftiigt über den sie realistischerweise nachdenken.

Sie haben das Bewerbungsverfahren von der Suche des Kontaktpartners bis zum Vorstellungsgespräch komplettdurchgespielt. So engagiert wie es viele gemacht haben, ist das sicher eine gelungene Vorbereitung.

Zum Schluss:
Danke an die Eckert-Schule: Die Betreuer, das Programm, das großzügige Raumangebot und auch das Essen war super (für die meisten Schüler war wohl Burger und Pommes das kulinarische Highlight der Woche).

Und nochmal ein großes "Danke" an die Klasse.
Sie wurden für ihr Interesse, ihre Mitarbeit und ihre Kompetenz auch hinter den Kulissen von allen wirklich gelobt.
Auch die betreuenden Lehrer haben das so empfunden.

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung