Über Stock und Stein

13.02.2025 ·

9. Bayerischer Meister

Wir wollen heute, am 12.02.2025, den 9. Bayerischen Meister im Schulstocksport feiern.

Mengkofen.

Ok. Es waren 11 Mannschaften.

Harte Gegner – buchstäblich die besten Stockschützen Deutschlands in ihren Altersklassen waren dabei!
Wir haben im traditionsreichen Turnier (das gibt es dank Herrn Seebauer und Herrn Huber seit über einem viertel Jahrhundert!) Spitzenklasse-Sport gesehen.

Die Vorgeschichte

Dieses Jahr konnten wir erst spät mit dem Training beginnen.
(Ähm, ich sag, wie es war: wir konnten nicht auf´s Klo!)
So hatten wir vielleicht einen Monat für den Aufbau einer Mannschaft. Und diese Mannschaft stand erst am Tag vor dem Turnier wirklich fest.
Der spezielle psychische Druck in einem Turnier war ebenfalls neu für uns.

Dennoch, an diesem Mittwoch, dem 12.02., brachen wir mit dem sympathischen Busfahrer und einem extragroßen Bus nur für uns, auf nach Niederhummel im Landkreis Freising, wo sich die Spitzenklassen-Teams des Bayerischen Schulstocksports versammelten.

Die Halle

5 Bahnen. Unterschiedliche Bedingungen, jede. Langsame Bahnen, schnelle Bahnen.
Der Zuschauerbereich (nur die Spieler dürfen auf dem Platz sein) – unsere Strategen (Maxi und Agata Gamroth, Nico) rufen Anweisungen in´s Feld: „Graue Platte!!!“ – „Weiter links!“ – „Masten, masten!!“

Die Mannschaft

Fabian – die Säule und der Kopf der Mannschaft, der den ersten Stock zum Masten setzen muss und damit dem Spiel die Richtung zu geben versucht.
Seban – der Allrounder, der flexibel auf die verschiedensten Spielsituationen eingehen muss.
Kacper – der Schütze, der durch Kraft und Treffsicherheit Stockformationen aufbrechen muss.

Das war das Kernteam.

Maxim, der sich als stabiler und mental gelassener Überraschungsschütze erwiesen hat.

Und – last but not least – Raphaela – unser Joker. Sie konnte einfach jede Situation noch drehen.
Vor allem Präzisionsschüsse auf den Punkt waren ihr Spezialgebiet. Sie schlug immer völlig unerwartet zu. Gegner verwirrt.

Stockschießen

Für mich (Hr. Fischer) als Dilettant des Sport, wirkt Stockschießen wie eine Mischung aus Darten, Hammerwerfen, Murmel und Zen-Bogenschießen. Macht mir selbst Spaß, wenn ich schieße.

Aus der Sicht eines Stockschützen mag es mehr so sein: Konzentration, Schnellkraft, Feingefühl und vor allem flexibles und taktisch-intelligentes Eingehen auf die Situation, die durch die 6 Stöcke und die Daube (das gelb-schwarze Dings, das anfangs in der Mitte sitzt) sich immer anders darstellt. Das Three-Body-Problem is´ nix dagegen.

Pädagogik

Das alles ist, was ich als Lehrer für meine Schüler und Schülerinnen pädagogisch so daran schätze.
Die Ruhe und Konzentration, die ich bei den Schützen erlebe.
Das Überlegte und das Dosieren der eigenen Kraft tut vielen gut.
Die Gespräche in der Mannschaft und das Übernehmen von Verantwortung beim Schuss.
Der Spaß.
Und besonders Schülerinnen und Schüler, die sich selbst als weniger sportnah sehen, entdecken plötzlich einen erfolgversprechenden Sport und entwickeln sich daran körperlich wie charakterlich.

Und so möchte ich mich bedanken bei den Mengkofener Stockschützen für die Freude am Teamsport, die sie vermitteln und für den unglaublichen Einsatz.
Immer sind meist mehrere von ihnen dabei, die uns in der Stock-Halle unterstützen. Ihre pädagogische Arbeit.

Ich kann das nur als etwas Besonderes bezeichnen.
Ich durfte es vor kurzem wieder erleben, als ich mit den Klassen 5/6 oben war.
Für die klassischen Sportarten weniger zu begeisternde Kinder erkunden Sport ganz neu.

Zurück zum Turnier

Obwohl „nur“ 9. Platz: Wir hatten uns vor keiner Mannschaft verstecken müssen.

Obwohl jeder Einzelne seine Höhen und Tiefen hatte, wir spielten gute Partien, in denen die Chance auf Punkte immer am Leben war.
Wir rotierten die Spieler. Und wenn gerade einer ein Tief hatte, konnten wir uns auf den „Ersatz“ völlig verlassen. Teamgeist.

Wir geben zu: Medaillenplätze hätten wir nicht erreichen können.
Mann, waren die stark!
Und das Zuschauen war so schön. Und man musste immer auf der Hut sein vor Stöcken, die wie Thor´s Hammer in die Bande fuhren.
Aber Platz 6 oder 7 hätte schon drin sein können.

Und wenn das ein Aufruf sein mag: das könnte natürlich ein Ziel für nächstes Jahr sein!
Dran bleiben!

Einfach loben

Einfach loben möchte ich den Mannschaftsgeist und die Disziplin der Schülerinnen und Schüler des Teams.

Einfach loben möchte ich Nico, der leider ein Jahr zu alt für die Wettkampfklasse II, aber als Schülertrainer nicht nur beim Wettbewerb, sondern jeden Montag, 18:00 Uhr, zum Vereinstraining, eine Mannschaft geschweißt und eingeschworen und immer wieder motiviert hat.
Einer dieser Schüler, die über den Sportunterricht sich für diesen Sport begeistert. Und der mit Glühen in den Augen davon erzählt. (Und nicht nur von den Siegen.)

Einfach loben kann ich immer wieder nur die ganze Familie Gamroth.
Mit Maxi (wieder ein Schüler, der aus dem Sportunterricht heraus nach weit oben in den Leistungs-Stocksport vorgedrungen ist), unser Stratege; mit Agata, unsere immer ansprechbare, schülernahe und aufmerksame Trainerin, die die Schützen rundum betreut und genau ihre Stärken kennt und ausbaut.

Persönlich möchte ich mich noch bei Herrn Fuchs bedanken, der mit seiner ruhig-gewitzt-bayerischen Art diesem Sport seine sympathisch-bayerische Note erhält.
Und ebenso bei den weiteren immer hilfsbereiten und oft anwesenden Stocksport-Begeisterten:
Georg Greitl (Sportwart), Franz Wieselsberger (Vorstand) Peter Liebl und Franz Ecker.

(Und ein nachträgliches großes Danke auch an Herrn Birnkammerer, der die letzten Jahre mein Ansprech- und Schulstockschützen-Partner gewesen war. Mich selber – mit Herrn Fuchs zusammen – für den Stocksport interessiert hat.)

Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.
Hier erlebt man, wie das in Wirklichkeit aussehen kann.

(Und, hey!, so macht die Arbeit als Lehrer auch wieder mehr Spaß. Noch mehr. – Michael Fischer)

Logo Bärenstarke Kinder!